Die beste Art und Weise, sich mit Geschichte zu beschäftigen, ist ja bekanntermaßen über Bücher! Habt ihr ein unbedingtes Must Read? Ich kann folgende Bücher, gerade für ein Einstieg ins Mittelalter, wärmstens empfehlen:
Höfische Kultur: Literatur und Gesellschaft im hohen Mittelalter (Joachim Bumke)
Höfische Kultur – das ist die Kultur der großen weltlichen Höfe, die im 12. und 13. Jahrhundert eine neuen Gesellschaftsstil und eine neue Dichtung hervorgebracht haben, durch die das kulturelle Erscheinungsbild des Adels auf Jahrhunderte geprägt worden ist. Die historischen Grundlagen dieser Hofkultur liegen in dem Strukturwandel der adligen Gesellschaft, der sich in der Ausbildung der Landesherrschaft manifestierte. Die wichtigsten Anregungen kamen aus Frankreich, wo die Laienbildung früher und weiter verbreitet war als in Deutschland.
Diese höfische Kultur wird hier – seit Jahrzehnten erstmals wieder – in ihren verschiedenen Aspekten umfassend dargestellt. Zahlreiche Textzitate (hochdeutsch und in der Originalsprache) und 40 Abbildungen machen die angesprochenen Gegenstände anschaulich und konkret. Für Germanisten wie für Historiker bestimmt, ist das Buch „von einem Laienhistoriker verfasst worden, der ständig seine Kompetenzen überschreitet, wenn er über Burgenbau und Kleidermoden, Tischsitten und Waffentechnik schreibt.
Er kann sich allerdings darauf berufen, dass diese Sachgebiete hauptsächlich aus literarischen Quellen erschlossen werden, für die er zuständig ist; und er kann vor allem geltend machen, dass die Literaturgeschichte ein großes Interesse daran nehmen muss, sich ein genaues Bild von dem Gesellschaftsbetrieb der höfischen Zeit zu machen, weil die historische Einmaligkeit der höfischen Dichtung nur verständlich wird, wenn man sie im Zusammenhang mit ihren gesellschaftlichen und kulturellen Voraussetzungen und Bedingungen sieht“.
Der Sonntag von Bouvines (Georges Duby)
Die exemplarische Untersuchung einer historischen Schlacht: von der Wahrnehmung der Zeitgenossen bis zum heutigen deutsch-französischen Verhältnis.
Die Schlacht bei Bouvines am 27. Juli 1214 zwischen dem Heer von König Philipp II. und den unter dem exkommunizierten Gegenkönig Otto IV. von Braunschweig versammelten Truppen wurde zum nationalen französischen Mythos. Der Sieg der Franzosen beendete einen europäischen Krieg und festigte die von Frankreich errungene Position. Zugleich wurde der deutsche Thronstreit zugunsten Friedrichs II. entschieden.
Dubys Interesse gilt nicht dem historischen Ereignis als einer machtpolitischen Entscheidung, sondern dem Fortleben von Geschichte im Bewusstsein der Menschen und ihrem Einfluss auch auf die aktuelle politische Wahrnehmung, in diesem Fall: auf das Verhältnis zwischen Franzosen und Deutschen.
Geschichte der Religiosität im Mittelalter (Arnold Angenendt)
Nie zuvor ist der Versuch unternommen worden, die Geschichte der Religiosität im Mittelalter zu schreiben. Arnold Angenendt hat sich dieser Aufgabe angenommen und ein monumentales Werk verfasst. Er entwirft ein umfassendes Bild der christlichen Vorstellungswelten, wobei er soziale, zivilisatorische und mentale Aspekte mit einbezieht. Sympathisches Verstehen ist der Grundzug dieser herausragenden Darstellung, nicht eine aufklärerische Verurteilung, sondern die „Aufklärung“ des „finsteren“ Mittelalters.
Vielleicht habt ihr ja auch einige Leseperlen im Bücherregal stehen (gerne auch historische Romane)! ![]()




